Dentalwirtschaft im Wandel: Interview mit Dr. Bernd Rebmann
Dr. Bernd Rebmann eröffnet mit seinem Vortrag den ersten Themenblock des Fachkongresses der Zahntechnik plus 2026. Als ausgewiesener Experte für die Dentalwirtschaft spricht er über die Auswirkungen des demografischen Wandels, zentrale Marktentwicklungen und notwendige Innovationsimpulse. Er zeigt auf, wie sich die Strukturen in der Zahntechnik verändern und was es braucht, damit Labore, Praxen und Marktakteure auch in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich arbeiten können.
Herr Rebmann, betrachtet man Ihre Statistiken, gilt Deutschland europaweit nach wie vor als medizinisch bestversorgt. In allen gesellschaftlichen Feldern spricht man von dramatischen Veränderungen durch den demografischen Faktor. Bezieht sich das auch auf die Dentalwirtschaft und besteht hier Handlungsbedarf?
Die Daten zeigen, dass der demografische Faktor auch für Praxen und Zahntechniker vieles, teils drastisch verändern wird und zwar sowohl in den Angebots- als auch in den Nachfragestrukturen. Die Demografie ist aber nicht zwangsläufig negativ zu sehen: Beispielsweise gab es noch nie so ein großes Angebot an lukrativen Laboren oder auch Praxen, wenn denn nur der Nachwuchs den Mut hätte, unternehmerisch einzusteigen. Hier sollte man auch institutionell positiv hinwirken.
Ich werde diese generellen Entwicklungen anhand einiger Beispiele aufzeigen und notwendige, konkrete Handlungsvorschläge für die Marktakteure machen, damit sie sich besser auf die demografische Zukunft einstellen können.
Sie erstellen regelmäßig den Dental Atlas und gelten als Experte für die Dentalwirtschaft in Deutschland, Europa und darüber hinaus. Wie können Ihre Analysen Zahntechnikern helfen, sich auf die Zukunft vorzubereiten?
Ja, in der Tat - „Atlas Dental goes global“: Unsere neueste Analyse wird den Marktteilnehmern die Chancen im riesigen lateinamerikanischen Markt erschließen. Mit dem Blick auf die Märkte und die jeweils spezifischen Rahmenbedingungen zeigen wir auf, wie sich Praxen, Dentallabore, Industrie und Handel einstellen müssen, um den Patientenbedürfnissen bestmöglich gerecht zu werden. In meinem Vortrag werde ich unsere deutsche Situation in den europäischen und globalen Kontext einordnen.
Zahntechniker und Zahnärzte arbeiten eng zusammen. In Ihrem Vortrag betonen Sie die Bedeutung von Innovation. Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Innovationsfelder für die Zahntechnik?
Die Innovationen, die ich vorstellen werde, betreffen verschiedene Bereiche eines zahntechnischen Labors. Im Mittelpunkt stehen dabei die Positionierung am Arbeitsmarkt und die Formen der Zusammenarbeit mit dem Kunden. Es geht um Wege zur Steigerung der Produktivität und zur Sicherung der Qualifikation der Mitarbeitenden. Die demografischen Effekte führen zu einer höheren Dynamik im Strukturwandel.
Es wird in jedem Fall ein spannender Auftakt des Fachkongresses. Mein Vortrag in Kombination mit den Beiträgen des Vorstandsvorsitzenden der KZBV und des Präsidenten des VDZI wird für jeden Laborinhaber den Blick auf die zukünftigen Entwicklungen in der Branche umfassend schärfen.
Der Vortrag „Dentalwirtschaft im Strukturwandel. Herausforderungen zur Innovation“ von Dr. oec. Bernd Rebmann findet am 6. März 2026, von 10:50 bis 11:15 Uhr statt. Der Vortrag kann mit einem Kongressticket besucht werden.